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Sylgard Ingramson

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Vom Poriomanen, der das Glück fand und den Tod erntete

Am 13. Boron des 977. Götterlaufs nach dem Fall der Hauptstadt des alten Reiches, Bosparan, wurde im rauen Thorwal ein Kind geboren. Der Junge war der Sohn von Lidia und Rungard Avar Ingram; sie tauften ihn auf den Namen Sylgard Ingramson. Als Seefahrer entschieden sie bereits im frühen Alter von drei Jahren, der junge solle die Otta auf einem mächtigen Drachenschiff begleiten, sie suchten nach fremden Gefilden, handelten mit Waren und hin und wieder überfielen sie ein Schiff der Alanfaer Flotte.

Dreizehn Götterläufe nach seiner Geburt wurde er dann Zeuge eines grausamen Zwischenfalls. Seine Mutter führte einen Raubzug gegen die alanfaische Flotte an, doch wurde die Otta von Freibeutern, die ohne Flagge segelten, angegriffen. Dreizehn Thorwaler fanden den Tod, viele wurden aufgeschlitzt und verletzt; Sylgards Mutter verlor ihr rechtes Bein und erlitt einige schwere Verletzungen, die sie späterhin unfähig machten, je wieder ein Schiff zu führen oder an einem Kampf teilzunehmen. Die Götternamen darauf verfiel sie in tiefe Depressionen. Täglich sand Sylgard Gebete an Swafnir, seinen Gott - doch war dies pure Naivität, niemals würde ein Gott einen derlei geschwächten Menschen einen Wunsch erfüllen und er selbst hatte sich noch nicht als Krieger und Seefahrer hervortun können.
Daraufhin entschied er, dass er kein Seefahrer werden wollte und offenbarte sich seinen Eltern; diese verachteten ihn und seine Pläne, so dass er keine andere Wahl sah, als von zuhause zu fliehen, wenn er einen anderen Beruf erlernen wollte, als das Seemannshandwerk. Doch seine Welt bestand aus Schiffen, Meeren und Kälte und das störte ihn erheblich...
Da er sich nicht wirklich auskannte, zog er aus, um den Beruf des Bootsbaus zu erlernen. Doch seine Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt und so saß er nach einem knappen Lehrjahr auf den Straßen Thorwals.Von Hunger und Durst geplagt, von Geldnot erdrückt, kämpfte sich Sylgard seinen Weg durch die engen Straßen Thorwals. Sehr bald erkannte er, dass er sich nur durch Betrügereien über Wasser halten konnte und so begann er das Glücksspiel - oder eben das Spiel, bei dem stets er gewann. Dabei lernte er Sveri kennen, so nannten ihn die anderen zumindest. Die meisten seiner Tricks lernte Sylgard von dem Thorwaler, der kaum älter als er selbst war. Nach fünf Götternamen ihrer Freundschaft -falls man das so nennen durfte-, im Rondra 982BF wurde Sveri von einem Kaufman, den er offensichtlich um sein Geld betrogen hatte, umgebracht. Niemand kannte Sveri und für viele Anwohner war er ein Ärgernis, daher waren sie wohl sogar froh, als sie seine diebischen Hände an das Stadttor genagelt vorfanden. Dieses barbarische Volk war nichts, worauf Sylgard stolz sein konnte. Er wollte seinen Horizont erweitern und dazu musste man seinen eigenen Horizont erreichen; daraufhin zog er aus in die Welt. In den Götterläufen bis 994BF zog Sylgard durch die Welt, er sah Riva, Al'Anfa und Gareth; er verstand immer weniger, wie die Kultur seiner Heimat sich ergab. Häufig bemerkte er, wie unehrenhaft die Bürger anderer Städte waren, doch das linderte sein Schuldempfinden, wenn er ihnen die Silberstücke stahl, um für einige weitere Monate überleben zu können.

Doch 994BF traf er auf seinen Reisen auf Arik Ormson und die Einsamkeit zwang ihn, einen Bezug zu seiner Heimat -dem ihm verhassten Thorwal- herzustellen. Häufig verstand er Arik besser, als die anderen Bürger in seiner Umgebung. Es war ein Dilemma, er mochte Arik und sah in ihm, was er auch selbst erreichen wollte, einen Thorwaler, der nicht von Seefahrt und Sippenzwang kontrolliert wurde. Der andere Thorwaler war ein Söldner und ging seine eigenen Wege. So sehr Sylgard versuchte Thorwal zu verachten, war es doch jetzt sein einziger Freund Freund ein Mann Thorwals.

Einige Götterläufe später, zu Beginn des Jahres 995BF gerieten Arik und Sylgard in ein Mordkomplott. Die beiden schafften es, mit Hilfe eines verrückten Tulamiden, den Mörder zu fassen. Und so reisten sie zusammen weiter, bis sie 996 BF im Hesindemond auf Batholomeus Breck trafen, ein Ereignis, dass Sylgards Leben weiter prägen sollte. Anfangs hielt ihn Sylgard für einen schwachen Mann ohne feste Ziele. Batholomeus war Söldner, doch er war kein Meister in einer Kampfdisziplin, er war nicht überaus kräftig und er strebte nicht nach Reichtum. Ein großes Irrtum, wie Sylgard später herausfinden sollte... wie er erkennen würde, war Batholomeus ein Krieger des Friedens, ein Meister der Philosophie des geistigen Kampfes und bezog seine Stärke aus dem Glauben an die Welt in der er lebte. Ohne es bewusst wahrzunehmen lehrte Batholomeus Sylgard, dass der Glaube an eine Sache sie belebte und alle Tore öffnete. Die Abenteuer, die Sylgard künftig erlebte, ließen ihn zwar körperlich wachsen, doch das größte Wachstum stellte er in seinen Gedanken fest. Unter dem Vorbild Batholomeus' beschloss Sylgard den Diebstählen und Betrügereien abzuschwören und seinen ehemaligen Wunsch nachzukommen, fortan lernte er Kampf mit dem Anderthalbhänder bei seinem Meister Bahram in Gareth. Nach drei Jahren der Übung perfektionierte Sylgard seinen Kampfstil im Jahr 1000BF endgültig. Da er nun in Gareth lebte, wollte er auch hier einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnehmen und so bewarb er sich als Stadtwache der Kaiserstadt. Daraufhin erklärte man ihm, dass er, wegen seines Äußeren, nicht repräsentativ für die Stadt Gareth und den Kaiser sein würde. Erneut spürte er die Abscheu auf seine Kultur, allmählich bemerkte er auch, dass ihm Swafnir weitaus weniger wichtig war, als die restlichen Zwölfgötter. Im Jahr 1001BF lernte er Maha Brawne kennen und ihre Ausstrahlung, ihr Charme, ihr Intellekt und ihr Aussehen zogen ihn magisch an, noch bevor er überhaupt erfuhr, dass sie Magierin war. Die beiden verbrachten viel Zeit, als sie bemerkten, wieviele Gemeinsamkeiten sie teilten. Bereits nach wenigen Gesprächen glaubte Sylgard, Maha alles erzählen zu können, was auf seinem Herzen lastete.
Bei einer wichtigen Zeremonie der Praioskirche dann, zu Beginn des Jahres 1002BF, nahm Sylgard Maha beiseite und gestand ihr, dass er sich in sie verliebt hatte. Als sie ihn abwies, wollte er nicht wahrhaben, dass sie ihn nicht lieben könnte. Durch einen tagelangen Kampf um ihre Gunst erfuhr er, dass sie ihn abwies, weil sie befürchtete, er könnte in ihre Probleme mit hineingezogen werden. Doch Sylgard, dessen Beschützerinstinkt sie bereits bei ihrem ersten Kennenlernen geweckt hatte, ließ nicht locker und so versprach er ihr: "Solang ich an deiner Seite bin und du mich atmen hören kannst, wird dir kein Übel widerfahren, wird dich niemand mit gewaltsamer Hand anrühren!"
Unter Tränen gestand ihm Maha, was sie durchlebt hatte und dass sie nicht bloß eine Magierin der Beeinflussung war, sondern sogar Hilfe bei den Toten und in den Niederhöllen suchen konnte. Fortan erkannte er Mahas wahres, verletzliches Ich - doch er verstand sie, so gut, wie sonst nur sich selbst. Niemals würde er zulassen, dass jemand sie verletzen würde...
In den darauffolgenden Monden versuchte sich Sylgard erneut daran, seinen Teil im Reich zu tun, nachdem er nun als Bewohner des Mittelreichs und Bürger der Stadt Gareth akzeptiert war, bewarb er sich als Bote der kaiserlichen Informationsagentur, doch auch hier wurde er abgelehnt; bis er dann schließlich, auf Empfehlung seines alten Meisters die Stellung in der Stadtwache Gareths erhielt.

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