Aus dem Tagebuch einer Frau, die sie nicht sein wollte
In den nicht benannten Tagen zwischen den Jahren 981BF und 982BF wurde Maja zu Meidenburg in einer stürmischen Nacht geboren. Ihr Vater, der Graf zu Meidenburg (schon damals ansässig in Gareth) hatte es nicht erst gar nicht glauben wollen, hatte er doch die teuersten Medici bezahlt, um die Schwangerschaft seiner Angetrauten mit Hilfe von ausgewählten Kräutern, über die verdammten Tage hinaus, in die Länge ziehen zu lassen, sei es auch bloß bis zum ersten Praios, des nächsten Jahres. Doch die Schmach wollte nicht abreißen, als seine Frau, die Gräfin, nach der Geburt an der Schwindsucht erkrankte.
In den folgenden Jahren war die junge Maja das Püppchen ihres Vaters, der sie gar nicht schnell genug zur künftigen Gräfin erziehen konnte. Die Krankheit ihrer Mutter war nie verheilt, auch wenn es bessere Tage gegeben hatte; doch sie wurde auch zusehends schwächer.
An Majas achten Tsatag hatten sie noch gemeinsam gefeiert, doch bereits einen knappen Götternamen darauf, war sie durch einen Krankheitsschub Boron anheim gefallen. Sie hatte in den schwächlichen Armen ihrer Mutter geschlafen, als der Blutsturz unerwartet über die Kranke hereinbrach. Sie hörte noch, wie sich die Bronchialkapillare verkrampften und das Glucksen begann, als ihre Mutter sie ruckartig von sich stieß. Dann begann der schreckliche Husten, wie eine Kakophonie der Schmerzen, kreischend und unharmonisch, kündete er vom Schicksal. Vor ihren jungen, unwissenden Augen verstarb Majas Mutter grausam; der panische Tanz der Erstickenden weckte Unverständnis und Angst in ihr. Fast, als würde sie lächeln, wirkte das panisch verzerrte Geischt der Sterbenden, als sie am Boden ringend für eine letzte Umarmung auf ihre Tochter zukroch. Ängstlich sprang Maja zurück, diese Tat würde sie sich in ihrem späteren Leben niemals verzeihen.
Da sie den Tod ihrer Mutter nicht verkraften konnte und sich auch an der Erkrankung ihrer Mutter die Schuld gab, beschäftigte sich Maja mit Boron und Reton, sie wollte verstehen, wohin die Toten gingen. Auf ihrer Suche nach einem Weg in Borons Hallen entdeckte sie im Laufe der Jahre, dass sie nicht bloß die Thesen verstand, sondern auch in der Lage war, mit den Seelen der Verstorbenen zu kommunizieren. Die Wege des Totengottes wurden zu einer Art Lebensweise, für das junge Mädchen. Besessen von der Idee ihre Mutter zurückzuholen entschied Maja, dass sie Zugang zu mehr Wissen benötigte. In uralten Folianten las sie von der Akademie zu Rashdul, die sich mit den Toten und Dämonen beschäftigte - dort würde sie sicher finden, was sie suchte.
Völlig ungehalten war ihr Vater, der Graf zu Meidenburg, von der Idee seiner Tochter, eine Magierakademie zu besuchen, denn als Magerin würde sie das Erbe nicht antreten dürfen. Häufig stritten sie, doch dann entschied Maja, dass sie einen anderen Weg einschlagen musste. Sie entfloh ihrem Vater und begab sich auf den langen Weg gen Rashdul, um die Akademie aufzusuchen, an der angeblich keine dunklen Künste mehr gelehrt wurden - doch wo, wenn nicht hier, würde sie jene finden, die ihr helfen können würden?
An der Pentagrammakademie zu Rashdul nannten sie die Tulamiden Maha, da sie ihren eigentlichen Namen nicht aussprechen konnten. Auf der Suche nach Boron und Reton verirrte sich Maha 994BF auf die Wege der Dämonenbeschwörung; eine Wissenschaft, die sie zu respektieren lernte. Im Laufe der Jahre erkannte sie, dass ihr bloß die Dämonen ihre Mutter zurückbringen konnten, doch gerade rechtzeitig sah sich Maja auf dem langen Weg in die Verdammnis. So entschied sie, dass sie Dämonen erforschen, aber nicht für ihre Zwecke nutzen würde.
1000BF war es dann so weit, das Leben von Maja von Meidenburg sollte sich erneut verändern; Gerüchte wurden laut, dass Maja die Söhne diverser großer Magier getötet haben soll. Auf ihrer Flucht benannte sie sich um, in Maha Brawne, sie tauchte unter und kehrte zurück ins Mittelreich. Dort traf sie auf eine Gruppe von Männern in ihrem Alter, die ihr anboten, ihr zu helfen, sie zu entlassen.
1001BF, auf ihrer Suche nach Hinweisen geriet Maha in die Fänge eines Piratenbundes, wo sie als Opfer für den Totengott dienen sollte, dessen Fährte sie nun bereits seit 20 Jahren verfolgte. Im Angesicht der Flammen und der Lava eines Vulkans zog sie kurzzeitig in Betracht, sich mit den Dämonen zu verbünden, um sich vor dem Tod zu schützen. Doch ihr Glaube blieb stark. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Boron sie auf diese Weise zu sich fordern würde und wie durch einen Zufall sand Boron ihr ihre Freunde zur Rettung, wie sie später erfahren sollte. Dieser Zwischenfall stärkte ihren Glauben erneut.
1002BF verliebt sich Maha in den Sylgard Ingramson, einen Thorwaler, der sich in Gareth niedergelassen hat und dort als Schwertkampfmeister sein Geld verdient. Sie liebt es, wenn er aus seiner bewegten Jugend als Streuner erzählt und die Unschuld hinter seinen Taten erkennt. Sie fühlt sich ihm näher, wenn sie erkennt, wie ähnlich sie sich sind. Beide verstoßen von ihren Familien, beide waren sie gezwungen, gegen ihre Überzeugungen zu arbeiten, bis sie die Umstände sogar dazu zwangen, um zu überleben. Doch niemals sprach er über seine Eltern, obwohl sie ihm bereits alle wichtigen Informationen über sie entlocken konnte und dadurch fühlte sie sich auf seltsame Weise an ihre Eltern erinnert. Sie dachte an ihren Vater, dem sie im Laufe ihrer Ausbildung bloß zwei Brief zugesandt hatte, was dazu führte, dass sie sich nicht mehr traute, ihm gegenüber zu treten. Aber nie vergaß sie ihre Mutter, das Keuchen und Röcheln, Blut an blassen, schwächlichen Händen - Bilder, die Bishdariel mit Absicht nicht aus ihren Träumen filterte, so glaubte sie eisern.
1004BF wird Sylgard und ihr ein Sohn geboren, Leumard Sylgardson.
1010BF war Maha in ein Komplott des ehemaligen Hofmagus Galotta verstrickt, welcher sie indirekt durch einen Zauberzwang dazu bringen wollte, Kaiser Hal zu ermorden. Doch ihre Erinnerungen weisen eine Lücke auf, zwischen dem Tag, an dem sie auf den Fluch stieß (BEVOR sie darauf stieß!!) und dem Zeitpunkt, als sie sich im Bornland wiederfand und nicht mehr wusste, was sie hier tat, bis es dann plötzlich hieß, der Kaiser sei verschwunden. Während der Answinkrise hielt sie sich eng an Answins Version der Ereignisse, da sie ihr ermöglichten, zu glauben, Brin sei Schuld am Verschwinden, aber ihre Träume sagten ihr, dass sie etwas damit zu tun hätte... genauso wie die Mächte, die es nicht nur flüsterten, sondern sogar lauthals riefen...







